Zurück Daheim

Menschen, die mich gut kennen, würden sagen, dass ich wirklich komisch bin. Aber ich denke, das denkt sich auch jeder Mensch, der gerade bei mir im Flugzeug sitzt. Um euch die ganze Situation ein wenig genauer zu schildern: Es ist je nach Land, in Deutschland 6 Uhr morgens, in Mexiko 23 Uhr und an meinem aktuellen Standort halb 2 nachts. Ich sitze im Langstreckenflug nach London, hab etwas mehr als die Hälfte hinter mir und starte soeben auf den Atlantik. Ich bin wirklich  richtig müde, kann aber trotzdem nicht schlafen. Schade. Aber naja, jetzt sitze ich eben schräg über zwei Sitze mit meinem Laptop und halte den Moment für die Nachwelt fest. Ich möchte euch nur ungerne darüber informieren, aber ich habe gerade freiwillig mein Physikzeug ausgepackt und angefangen zu lernen. Auch wenn ich mich lieber so fühlen würde wie ein Mitreisender unserer Gruppe (quer auf 4 Sitze ausgestreckt, schlafend ( Bild folgt )), habe ich jetzt wenigstens schon was für die Schule gemacht.

Nun ja, so geht es also vorbei. Die große Reise. 6 Wochen voller neuer Erfahrungen, meine ersten Flüge, mein zweiter Kontinent, das erste Mal, dass ich mit Muttersprachlern Spanisch rede. Ich kann bis zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht realisieren, dass das passiert ist. Es fühlt sich nicht so an, als wäre ich tausende Kilometer entfernt von Zuhause, beinahe wie in einer anderen Welt, gewesen. Und trotzdem, ich hab jetzt schon das Gefühl, dass ich Guadalajara jeden einzelnen Tag vermissen werde, der folgt. Nicht nur die einzigartige Sprache, sondern auch die unglaublich liebevollen Menschen, die ich jeden Tag dort erleben durfte. Ich will am liebsten wieder umkehren und dortbleiben (was ich meiner Familie natürlich nicht antue 😉). Ich höre jetzt schon spanische Musik, weil ich gar nicht aufhören will, spanisch zu reden, und ich befürchte, dass ich das auch nicht tun werde, also jetzt schon mal eine dicke Entschuldigung an alle, die mich die nächsten Wochen ertragen müssen, denn da werde ich schon das ein oder andere spanische Wort ins Deutsche einfügen… Über die Sprache an sich muss ich sagen, dass ich tatsächlich sehr stolz bin, da ich zumindest aus meinem Blickwinkel mit meinem Spanisch doch echt große Fortschritte gemacht habe. Obwohl, vermutlich mehr mit meinem „Spenglisch“, wie es meine Gastmutter nannte, denn wir hatten oft auch Englisch geredet, weil der Vater aus Irland kommt. Also hab ich gleich zwei Sprachen auf einmal aufgebessert.

Über die Reise bisher, der Kurzstreckenflug nach Dallas war sehr entspannt, aber irgendwie hat es der Flughafen dort wohl in sich, wir hätten zwei Mal beinahe unsere Anschlussflieger, also der eine in dem wir jetzt sind, verpasst. Oft reichen eben 1,5 Stunden Umsteigezeit eben doch nicht ! Aber jetzt sind wir alle froh und guten Mutes auf das nächste Ziel, London, wo wir gemütliche 2,5 h haben. Das Abendessen ließ sich auch aushalten, denn da bei mir das Mittagessen am Flughafen nicht sehr üppig war, treibt der Hunger dann doch zu ziemlich viel … Spaß :D, eigentlich war es nicht so schlimm. Jedenfalls hab ich noch… 8 Stunden bis Deutschland. Also am Allermeisten freue ich mich Zuhause auf mein Bett, ist ja klar. Zumindest wenn das hier so weitergeht mit dem Wachbleiben. Haha. Ich hoffe jetzt nur, dass in London alles gut geht und wir alle gesund wieder nach Hause kommen, denn das ist zunächst das Wichtigste!

So, nachdem ich das zwei Tage später und ausgeschlafen lese, muss ich mal ernsthaft nachdenken, was denn da passiert ist. Flüge stellen mit einem Sachen an… Schlimm. Okay, okay, zurück zum Interessanten, vor ungefähr 24 Stunden bin ich nach Hause gekommen und hab glücklich mein Bett … – Nein, das wars nicht… Achso, meine Familie – begrüßt. Nach dem gemeinsamen Essen und dem Geschenke austauschen bin ich aber dann wirklich glücklich in mein Bett geflüchtet, und heute, nach 15 Stunden Schlaf, kann man dann auch wieder was mit mir anfangen. Morgen geht´s dann wieder in die Schule und somit wieder in den Alltag. Das wars dann also mit 6 Wochen entspannen. Ich will zurück!! Natürlich nicht nur wegen der freien Zeit 😉. Um diesen Blog nun gebührend abzuschließen: Falls jemand noch Fragen oder Kommentare (dazu) hat, darf sich auch gerne bei mir melden, ansonsten vielen Dank an Alle, die hier vorbeigeschaut haben, und ich hoffe sehr, dass euch mein kleiner Bericht gefallen hat, y hasta luego!

Abschied vom Strand

5/6 der geplanten Zeit sind nun vergangen, ziemlich genau eine Woche bleibt mir noch. Obwohl ich noch nicht ganz am Ende dieser wundervollen Reise angelangt bin, muss ich mache ich mir doch schon Gedanken über den Abschied. Vieles wird sehr schwer sein, das hinter mir zu lassen. Um aber jetzt niemand traurig zu machen, werde ich das noch um eine Woche verschieben 🙂 Allerdings muss ich mir auch eingestehen, dass ich mich auch durchaus darauf freue, „endlich“ wieder nach Hause zu kommen. Ich merke erst anhand dieses Aufenthaltes, wie man doch jene bewundern kann, die Monate oder sogar Jahre außerhalb ihres Zuhauses verbringen. Ich vermisse schon nach wenigen Wochen meine bekannte Umgebung, ein stückweit meinen geregelten Alltag, meine Familie (besonders, dass ich zum Beispiel einen Geburtstag nicht mitfeiern konnte), natürlich auch meine Freunde, meine Instrumente, Daheim eben.

Was ich aber eigentlich hier einbringen wollte, ich habe noch gar nichts von den mexikanischen Feiertagsbräuchen berichtet. Nachdem nun alles zum größten Teil vorbei ist, werde ich das nun in Angriff nehmen. Der heilige Abend ist nicht nur in Deutschland, sondern auch hier inzwischen aufgrund der Geschenke viel beliebter geworden als das eigentliche Weihnachtsfest am 25. Hier in Mexiko ist es wohl üblich, die Feiertage mit Freunden und Familie zu verbringen, weshalb wir am 24. zum Truthahn – Essen einluden und am darauffolgenden Tag bei einigen Freunden zum Lammbraten – Essen trafen. Beides jetzt nicht so zu 100 % mein Geschmack, wie man sich denken kann 😉 aber dennoch war es schön, die Festtage in etwas größerer Gesellschaft zu verbringen, zu reden und zu essen. Als nächstes Ereignis, zu Silvester muss ich leider sagen, dass ich das in Deutschland sogar einen Ticken schöner finde, hier wird zwar die spanische Tradition durchgeführt, dass man zum 0 Uhr Schlag auf jeden Glockenschlag eine Traube isst, und zwar 12 davon, für jeden Monat eine. Und dabei denkt man an Wünsche, die man an das neue Jahr hat. Finde ich an sich zwar eine nette Sache, jedoch bringt auch das nichts, wenn man erst 2 Minuten nach Mitternacht anfängt, weil alle es vercheckt haben (Und ich dachte noch, wenigstens an Silvester könnte man mit der Pünktlichkeit der Mexikaner rechnen…). Hier gab es zwar auch ein zelebrierendes Feuerwerk, was auch über dem Meer ganz schön anzuschauen war, jedoch ging das keine 15 Minuten und aus dem Grund, und weil man hier nichtmal den Countdown laut runterzählt, da komm ich als deutsche gar nicht richtig in Neujahrsstimmung. Aber so ist das eben, wenn man schon alles einmal woanders ausprobiert. Nach Glückwünschen und erneutem Lammessen ging es dann aber auch relativ unspektakulär um nicht einmal 1 Uhr ins Bett. Nun der letzte Feiertag, den ich hier erlebte: Die heiligen drei Könige. Weil aber meine Familie sich nicht wirklich eng an ihren katholischen Glauben hält, passierte bei uns Zuhause am 06. Januar gar nichts, erst heute in der Schule wurde das Fest angesprochen. Wie ich es aus meiner Kindheit kenne, gab es einen Zopf für jeden Schüler und in einem war eine kleine Figur versteckt. Aber nachdem dann jeder ein Stückchen hatte, ging es wieder ganz normal zurück in den Unterricht. Um aber nun das Ganze etwas zu veranschaulichen, hier erst einmal ein paar Bilder vom aktuellen Geschehen:

Wie eigentlich schon selbst zu sehen, lass ichs mir ganz schön gut gehen. Nachdem mein letzter Beitrag an Silvester kam, verbrachten wir noch 8 weitere schöne Tage am Strand, bis wir schließlich aufgrund vom Ferienende hier zurück in die Stadt zurückkehren mussten. Wie man in den oberen beiden Bildern sieht, war es auch am Strand nicht allzu langweilig, zwischen Smoothie, Kartenspiel & Tacos konnte ich mir doch noch die ein odere andere braune Farbe abholen… Dann sieht man wenigstens, dass ich meine Zeit auch mal draußen verbringe 🙂 Aber auch wieder hier daheim kommt frühstücken gehen (links), lernen (Mitte) und Geburtstagfeiern (rechts) nicht zu kurz. Auch wenn Hund Chiwi lieber mit mir Kuscheln würde und sich protestierend auf mein Mathebuch legt, ein wenig zum lernen komme ich zwischendurch doch hin und wieder. Zu jedem Vergnügen gehört eben nun mal auch die Pflicht. Jetzt wünsche ich euch aber noch eine schöne Restwoche und hoffentlich sehen wir uns ganz bald wieder.

Der Urlaub im Urlaub ☀

Zuerst Mal ein frohes neues Jahr an euch alle!!

Wie der Titel schon erzählt, entspanne ich nicht bloß in nem komplett fremden Land, nein, jetzt darf ich sogar doppelt Urlaub machen. Und weil meine Gastfamilie echt Geld hat, wird dieser am Meer gemacht. Bild 5 oben (von oben links nach unten rechts gezählt) ist der direkte Blick von unserer Terasse. Und, schon neidisch? Seit dem 26. sind wir nun hier in Puerto Vallarta, welches in der größten Bucht des ganzen Pazifiks liegt (Siehe unten Bild 1), nach ungefähr 5 Stunden Autofahrt mit viel Rumgekurve, erreichten wir bei 32 Grad den Zielort, und ich hatte nicht als Einzige Lust, erst einmal schwimmen zu gehen. Jetzt bin ich noch nicht mal sehr lange hier, ein paar Tage gerade, aber wie die Bilder schon mehr sagen als der Text, haben wir schon ganz schön viel erlebt. Wir wohnen zwar nur in einer Wohnung (welche meiner Gastfamilie gehört), diese ist aber trotzdem ordentlich groß. Wir leben zu 8. hier, und der Großvater verbringt zusätzlich noch einige Zeit hier, und mit den drei Schlafzimmern kommen wir gut zurecht, wobei ich manchmal schon ganz gern meine eigene Tür zumachen würde, da nicht einmal das Badezimmer ein abgetrennter Raum ist […] Ich persönlich finde es mega schön hier, ich fange endlich wieder an, mein Leben zu genießen und zu leben, und nicht von einem Termin zum nächsten zu hüpfen, wie es mir in Deutschland irgendwie vorgeschrieben ist. Und trotz der Tatsache, dass ich den ganzen Tag am liebsten faul am Strand liegen möchte, muss ich mich immer wieder dazu zwingen, den Schulstoff aus Deutschland nachzuholen, da ich das während der Schule etwas vernachlässigt habe. An sich funktioniert das aber ganz gut & mich tröstet jetzt schon der Gedanke, dass ich ne Woche länger Ferien habe, als alle anderen in Deutschland 🙂

Nun aber zu dem, was wir hier erlebt haben: Daher, dass ich nicht mehr Tag für Tag genau weiß, werde ich mich ein wenig an den Bildern entlanghangeln; Bild 1 oben beschreibt meine Situation hier ganz gut – Mit Hund Chiwi auf dem Schoss und beim Karten spielen mit dem Meer im Hintergrund. So lässt es sich eigentlich ganz gut leben, kann ruhig so bleiben. 😉 Bild 2: Selbsterklärend, 3.: Ich, wankend über das Boot von der Reling zu den Sitzplätzen, meine Worte, als ich fast umkippe, zum Fotografen: „That’s not funny!“, Nächstes: Unbeabsichtigte Kunstaufnahme mit Sonnenuntergang während der Bootstour, Bild 6: Wenn man schon eine Auslandserfahrung macht, muss man doch alles mal ausprobieren, so also hier das Ergebnis von einer Berührung mit einem Seeigel; der Fischer hat sich Mühe gegeben, letztendlich musste jedoch doch der Arzt die letzten Stachel rausziehen… Aber es war zum Glück ist alles im grünen Bereich und es war letztendlich keine gefährliche Begegnung. Darauf folgend der Anglererfolg, der ebenfalls auf dem Boot erzielt wurde. Nächstes: „Man muss auch Mal Pause vom anstrengenden Erholen machen, oder?“, dann: Der Fischer beim Bearbeiten des erfolgreichen Fangs. Das letzte: Malereien auf einer Brücke in der Stadt

Und die Bilder hier noch: Ganz links das Ziel unserer Bootsfahrt am Ende der Bucht. In der Mitte sieht man Frauen an einem der vielen Stände in der Stadt, die sogenannte „Churros“ verkaufen, in eine längliche Form gepresster Teig, der frittiert wird und mit Schokolade gefüllt oder Zucker bestreut wird (Super lecker!). Die Frau vorne hat ihre linke Hand auf der Presse und mit der rechten taucht sie die Churros in das heiße Fett. Also: Alles handmade hier! Und das Bild rechts war ebenfalls vom Boot aus. (Und ist ohne Filter)

Das war ziemlich viel Erklärung und nur wenig freies Schreiben, aber ich hoffe trotzdem, ich konnte euch die Zeit hier bisschen beschreiben, und jetzt muss ich aber aufhören, denn ich hab noch ein Silvester zu feiern…

Guadalajara

La Ciudad de

Guadalajara

Die Stadt Guadalajara

Rahmeninfos: Guadalajara ist die Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco und liegt im Westen Mexikos. Mit seinen ca. 2 Millionen Einwohnern in der Stadt und 5 Millionen Außerhalb ist sie die zweitgrößte Stadt Mexikos.

Nach dieser doch recht trockenen Einleitung nun meine (hoffentlich spannenderen) Erfahrungen. Ich selbst wohne nicht direkt im Zentrum, sondern ein wenig außerhalb (Oben auf der Karte: das rosa Herz ganz oben in las Cañadas), und darüber bin ich auch relativ froh, weil auch das Colegio Alemán in diesem Viertel liegt, und ich so auch keinen allzu langen Schulweg habe, wie andere, die jeden Morgen eine Stunde zur Schule fahren. Und trotzdem kommt man schnell in die Stadtmitte, wenn man etwas braucht. Ich selbst war glaube schon 3 Mal dort, und ich fand es jedes Mal sehr schön, abgesehen davon, dass die Stadt sowohl im Verkehr als auch an der Menschenmenge in den Straßen total überflutet ist.

Was mir schon erzählt wurde, und was auch wirklich so stimmt, ist, dass es einzelne Viertel gibt, in denen Menschen wirklich nur sehr sehr kleine Häuser haben, keine Abgrenzung, keinen Schutz vor den Gefahren. Das hat mich schon sehr beeindruckt, jedoch hab ich mir das sogar ein wenig schlimmer vorgestellt (Ich hab mir aber auch nichts davon genauer angeguckt)

Wie auch Zuhause in Deutschland reihen sich hier die Fast – Food Läden. Jedoch nicht gefüllt mit Pizza, Döner oder Pommes, nein, hier gibt es reihenweise Tacoläden. (Für alle, die nicht wissen, was Tacos sind: Tortillas, also runde Teigstücke aus Weizen oder Mais, meist gefüllt mit Hackfleisch) Ich persönlich finde Tacos wirklich lecker, wobei für mich gewisse Variationen wie Tacos mit Zungen oder Augen nicht unbedingt existieren müssten… 🙂

Über die Stadtmitte kann ich sagen, dass man des öfteren Kutschen findet, die einen von A nach B bringen. Finde ich eine schöne Idee, da man so die Vergangenheit ein wenig aufrecht erhält. Außerdem wurde mir erklärt, dass es auch hier Fridays for Future geben würde, und zwar überall in Mexiko auf einem bestimmten Platz in der Stadt. Es soll nämlich in jeder Stadt einen Platz geben, welcher an eine Kirche, ein „Regierungshaus“ (ich nehme an Rathaus) und zwei größere Häuser wie Hotels grenzt. Dieser ist in Guadalajara wirklich schön, und auch die angrenzende Kirche (Bild: Collage oben links) sah sowohl von innen, als auch von außen sehr schön aus. Was mich sehr erstaunt hat, war die Tatsache, dass in dieser Kirche überall Schmuck war. Allein das ist in einem Gotteshaus vielleicht noch normal, jedoch kann man meines Wissens nach in keiner katholischen Kirche in Deutschland bunte, blinkende Lichter vorfinden, sowie man sie als Partyschmuck oder so sieht. Witziger Anblick für mich in so einem Heiligtum. Beim Thema witzig: So einen Tequila – Bus (Unten Mitte) findet man in Deutschland auch nicht alle Tage.

Für mich auch ein sehr schöner Ausflug war jener nach Tlaquepaque (Oben auf der Karte ganz unten in der Mitte). Das ist ein Teil von Guadalajara, der wohl seine Priorität sehr auf die Kunst legt – sehr gelungen, wie ich finde. Von vielen Marktständen, über Süßigkeiten, Wahrsagern, Schmuckausstellungen, bis hin zu Straßenkünstlern und Musikern, kann man hier alles angucken. Ein paar Eindrücke: Collage oben Mitte: Der berühmte Platz von Tlaquepaque, mit dem Städtenamen. Oben rechts: Zwei Straßenkünstler, mit denen ich ein Foto machen durfte. Darunter: Eine Straße, die mit aus einfach gebastelten Gegenständen geschmückt war.

Zudem durfte ich noch das Kino von Guadalajara besichtigen (Collage unten rechts). Damit sah ich nicht nur den Film „Jumanji“, sondern auch, wie luxeriös die Mexikaner ihre Filme anschauen. Vielleicht kann man es unten schon ein wenig sehen, die Sitze sind praktisch Polstermöbel, selbstverständlich mit verstellbarer Lehne. Jeder Sitzplatz hat einen eigenen Tisch, ein Licht und einen Getränkehalter. So weit, so gut: Vor dem Film kann man sich Essen bestellen (Zum Beispiel aus 4 verschiedenen Popcorn – Arten), was einem dann während dem schauen gebracht wird und was man dann gemütlich verspeisen kann. Wow, oder?

Unten links sieht man eine andere Kirche von Guadalajara im Hintergrund, und ansonsten mich und einen Freund, mit dessen Familie ich heute essen gehen durfte.

P.S. War lecker 😉

Leben im Unbekannten

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen dem deutschen und dem mexikanischen Lebensstil?

Ja, definitiv gibt es den!

Mein erster Eindruck von den Mexikanern ist, dass diese total offenherzig, freundlich und zugewandt sind (damit will ich nicht sagen, dass die Deutschen das nicht sind), zum Beispiel finde ich es jedes Mal aufs Neue faszinierend, dass sich die Mexikaner zur Begrüßung und zum Abschied umarmen und einen Kuss auf die Backe geben. Nicht selten kam es auch schon vor, dass wir Deutschen auch mit komplett Fremden dieses „Ritual“ machten. Ich persönlich finde das mega cool, weil man so gleich irgendwie einen engeren Kontakt mit allen aufbaut und das Gefühl hat, dass man Willkommen ist. Außerdem ist ein großer Unterschied auch die Beziehung zu den Lehrern, in Deutschland Siezt man diese ganz selbstverständlich, behandelt sie respektvoll und hält immer Abstand. In Mexiko ist es komplett normal, Lehrer mit Vornamen anzusprechen, persönliche Gespräche zu führen, und diese auch zu umarmen. Außerdem ist es mir aufgefallen, dass Mexikaner sehr viel wert auf ihr Aussehen legen, was auch meine Gastmutter bestätigte. Erst vor wenigen Tagen durfte ich meine Gastschwerster ins Nagelstudio begleiten (was hier erstaunlich günstig ist), und heute haben wir sie zum Schönheitsstudio gebracht. Aber dieses Getue nicht umsonst: Viele Mexikaner haben sehr schöne Locken, was auch die Mexikanerinnen anzieht 😉

Außerdem finde ich es heftig, wie die Sicherheitskontrollen hier sind. Damit meine ich jetzt nicht die am Flughafen, sondern es ist tatsächlich so, dass jedes Stadtviertel umzäunt ist, und es Tore gibt, an welchen Wächter platziert sind. Diese überprüfen genau, wer rein- und rausfährt und aus welchem Grund. Zudem findet man an jedem Einkaufscenter, der etwas größer ist, einen Posten, oft auch mit Pistole. Was ich aber im Gegenzug komisch finde, ist, dass wohl kaum Polizeikontrollen durchgeführt werden, folglich also niemand darauf achtet, dass alles rechtsmäßig passiert. Ich war zuerst auch erstaunt, als meine 15 – jährige Gastschwester im Auto auf den Fahrerplatz gesessen ist, aber anscheinend ist das normal hier & sie macht das auch echt gut. Dazu möchte ich jedoch noch sagen, dass es hier nicht ganz so streng ist, nach dem Motto „Du darfst auf keinen Fall irgendwo ohne deine Gastfamilie hin, die werden dich auf Schritt und Tritt begleiten“, sondern es eher Deutschland – ähnlich ist, und man innerhalb dieses umzäunten Viertels relativ viele Freiheiten hat.

Zur mexikanischen Umwelt möchte ich noch sagen, dass es hier im Land vielleicht einen größeren CO2 – Ausstoß gibt als in Deutschland (wegen den vielen Autos & der Großstadt), jedoch macht Mexiko dies wieder mit mehr als 3 Mal so vielen Bäumen als in Deutschland wett. Ich finde das so schön, vor jedem Haus stehen mindestens 2 Bäume, viele Parks, jeder Kreisverkehr und jede Verkehrsinsel ist beflanzt. Dabei nicht nur normale Laubbäume, sondern auch Palmen und Fruchtbäume wie zum Beispiel Mandarinen / Orangen. Außerdem findet man (zumindest hier unter den Reichen, wo ich verweile) überall große Gärten. Aber auch das Colegio Alemán ist rundum mit grünem umgeben, was jedoch sehr gepflegt und mit Liebe gepflanzt aussieht. Man sieht ständig Rasensprenger laufen und Gärtner arbeiten. Da kann sich das WHG noch einiges abschauen!

Zu den obigen Bildern: Oben links mein Blick vom Fenster aus; oben rechts der Schmuck für die Kinderweihnachtsfeier in der Schule; unten rechts der Haushund, der sich in meinem Bett versteckt hat und unten links das Fußballfeld der Schule im strahlenden Sonnenschein

Endlich da!

Unglaublich – so fühlt es sich an, hier zu sein. „Es kann doch gar nicht sein“, denkt man sich. Dass ausgerechnet ich das Glück habe, so eine wahnsinns Erfahrung zu machen.

Jetzt aber mal von vorne. Heute ist Dienstag, der 10.12., 06:47. Gestern hat sich so viel ereignet. Zuerst einmal konnten wir in der Nähe des Flughafens übernachten, was viel Zeit gespart hat und sehr komfortabel war (Wir mussten leider ab Frankfurt fliegen). Als wir ankamen, ging das einchecken schnell, und trotz meiner großen Aufregung lief alles gut. Der Flug – Ja. Wow. Mein erster Flug. Das ist einfach ein krasses Gefühl, so in die Luft zu steigen. Als wir dann oben waren, fühlt es sich tatsächlich nur wie Zugfahren an, und leider konnten wir aufgrund der Wolken von oben kaum etwas sehen. Und dann, ja dann kamen wir in Dallas an. Dort ging es dann los – Eine aus unserer Gruppe musste so einen Sprengstofftest machen, sie musste also alleine wo lang gehen. Als sie fertig war, war nur das Problem, dass sie nicht wusste, wo sie war, und wir dann auch nicht, wo wir sie suchen sollten. Leider gab uns kein Personal Auskunft, da man das Gefühl hatte, niemand wusste so richtig, wo das Ende dieses Checks war. Dann leitete uns einer zum Flugzeug, wir jedoch mit gemischten Gefühlen, da wir ja nicht unvollständig losfliegen wollten. Jedoch kam nach einem kurzen Telefonat raus, dass unsere Gesuchte sich bereits am Terminal befinden würde, und wir rasten los, um den Zug zu erwischen, der uns dorthin brachte. Wir waren so froh, dass wir da dann wieder alle zusammen waren. Letztendlich kam die Verspätung des Fliegers sehr zu unserem Glück, weil wir sonst vermutlich diesen nicht nicht geschafft hätten. Der Flug an sich war sehr entspannt, wir konnten uns alle wieder beruhigen und ich sogar die 2 Stündchen schlafen. Angekommen in Guadalajara wurde ich von einem Vater einer anderen Austauschschülerin abgeholt, und bei diesem zuhause dann meine Familie. Einen netten Eindruck machen die, und ich hoffe, dass ich diesen auch verfestigen darf. Sie zeigten mir einmal kurz das Haus, jedoch war mein einziger Wunsch das Bett, denn in deutscher Zeit war es bereits 6 Uhr morgens. So hatte sich mein Tag um etwa 7 Stunden verlängert. Im Bett dann war ich aber noch zu aufgedreht, um zu schlafen, und hoffe jetzt, dass ich heute trotz der paar wenigen Stunden Schlaf den Tag gut überstehen werde, jedoch bin ich zuversichtlich, da ich mich sehr auf die Schule freue (Ja, wirklich). Und jetzt geh ich frühstücken, ich wünsche euch allen noch einen schönen (bei euch Rest- ) Tag. 🙂

Bevors losgeht

Freude, Stress und Tränen…

Zu reisen ist zu leben. 

Hans Christian Andersen

„Das brauchst du auch noch “ „Hoffentlich vergisst du nichts“ „Es gibt noch soo viel zu tun“

Das sind Sätze, die ich heute mehr als oft höre. Nicht nur von meiner Familie, sondern auch von mir selbst. Morgen wage ich mich loszugehen, die Welt zu entdecken, Dinge zu erleben, die ich noch nie gesehen habe, neue Menschen kennenzulernen, zu leben. Ich bin unglaublich aufgeregt und freue mich so sehr auf diese Land, die Bevölkerung, die Sprache. Ich kann es kaum fassen, dass es kaum mehr 2 Tage sind, bis das Flugzeug startet. Jedoch bin ich aktuell noch schwer beschäftigt, ja nichts zu vergessen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es ist, umzuziehen, wenn man schon für 6 Wochen so eine Menge an Zeugs braucht… Jedenfalls werde ich mich nun meinem Kleiderhaufen widmen, welcher sich in der Mitte meines Zimmers auftürmt, ebenfalls meiner ellenlangen Packliste und meiner Familie, die ich irgendwie doch jetzt schon vermisse.

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